Buchtipp: Heidi Benneckenstein „Ein deutsches Mädchen“

Buchtipp: Heidi Benneckenstein „Ein deutsches Mädchen“

Vom Vater nationalsozialistisch erzogen, die große Liebe bei den Nazis gefunden und dann den Ausstieg aus der rechtsextremen Szene geschafft.

So könnte man in Kurzform das Leben von Heidi Benneckenstein beschreiben. Heidi Benneckeestein wurde als Heidrun Redeker geboren, sie wuchs von klein auf als Nazi auf. Ihr Vater schickte sie breits als Grundschülerin auf Zeltlager der Heimattreuen Deutschen Jugend. Ihr Leben als Nazi war somit vorgezeichnet, das Verhältnis zum Vater ist aber gespannt, Heidi rebeliert auf ihre Weise und wird zur Schulverweigerin. Auf einer NPD-Veranstaltung lernt sie Felix „Flex“ Benneckenstein kennen. Beide sind sie überzeugte Nazis und doch oder gerade deswegen beginnen die beiden, die Szene zu hinterfragen. Sie brechen mit der Szene, doch der Ausstieg gelingt beiden erst Jahre später.

In einer einfachen aber ehrlichen und damit authentischen Sprache erzählt Heidi Benneckenstein ihr Leben. Sie liefert Innenanschichten einer Szene, über die, die meisten von uns im besten Falle nur oberflächlich Bescheid wissen. So bekommt man einen Einblick  in das Frauenbild der Nazis, welches man nur als Frauen verachtend bezeichnen kann. Aber auch wie strukturiert und gefestigt die Neonazisszene in der Zwischenzeit ist und wo die Rechte von der Linken gelernt hat.

Spannend fand ich auch den Abschnitt, in dem Heidi über ihre Ausstiegsbemühungen schreibt. Der Ausstieg gestaltete sich schwierig, da sowohl sie als auch Felix, wie so viele in der Szene, keinen Beruf gelernt haben, aber auch weil beide keine Kontakte außerhalb der Szene mehr haben. Der Vergleich zu einer Sekte drängt sich hier auf.

Dieses Buch ist für alle, die einen Einblick in die rechtsextreme Szene bekommen wollen ideal. Vor allem aber interessant ist, dass klar wird, wie wichtig und sinnvoll Ausstiegsangebote sind. Dieses Buch ist mir wirklich unter die Haut gegangen.

Hier nochmals die bibliografischen Informationen:

Heidi Benneckenstein „Ein deutsches Mädchen“ Verlag: Klett-Cotta

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