Die große Vereinfachung

Gibt es Bezüge zwischen der Fantasy-Literatur und der aktuellen politischen Situation?

Vor kurzem las ich einen Artikel, ich weiß leider nicht mehr wo, da ging es darum, dass in der aktuellen politischen Debatte immer mehr radikal vereinfacht wird. Alles läuft demnach nur noch auf richtig oder falsch, beziehungsweise auf gut oder böse hinaus. Dabei spielt sich das meiste zwischen diesen beiden Polen ab. Die wenigsten Fragen lassen sich nur mit ja oder nein, beziehungsweise mit richtig oder falsch beantworten. Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß, es gibt auch ganz viele Graustufen.

Nun zurück zu meiner Frage. Kurz nach dem ich den besagten Artikel gelesen hatte, stolperte ich abends am Fernseher in eine Fantasy-Serie. Es ging wie so oft im Fantasy-Genre um Gut gegen Böse. Wir gegen die. Ich frage mich nun, gibt es da gewisse Beziehungen? Hat eventuell die Fantasy-Literatur, die seit einigen Jahren einen regelrechten Boom erlebt, unsere Betrachtungsweisen so beeinflusst, dass wir nun auch in der Realität beginnen diesem Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen? Sollte unsere Urteilskraft so getrübt sein?

Diese Frage elektrisierte mich. Wenn dem so wäre, dann wäre dies dramatisch. Allerdings kenne ich berufsbedingt viele Fantasy-Leser und ich kann nun wirklich nicht behaupten, diese hätten allesamt kein vernünftiges Urteilsvermögen mehr und würden auch nicht differenzieren. Anderseits kenne ich leider auch einige Menschen persönlich, die sich in dieser vereinfachten Gedankenwelt eingerichtet haben und diese sind nicht unbedingt Fantasy-Leser. Eher handelt es sich um Menschen, die eher wenig bis gar nicht lesen. Ob diese Menschen allerdings übermäßig viele Fantasy-Serien im Fernsehen schauen, weiß ich nicht.

Ich möchte hier nicht über Menschen Urteilen, aber vielleicht wäre es für die Soziologie mal ein interessantes Forschungsgebiet.

Eine provokante Frage, ich weiß.

 

 

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