Entartete Kunst oder „Willkommen in Deutschland“

Im Frühjahr des Jahres 1933 kam die NSDAP an die Macht und installierte in Deutschland ein totalitäres Regime. Trotz ihrer großen Worte waren die Nazis ängstliche Menschen, denn sie verfolgten alle die anders dachten. Doch damit nicht genug, sie legten auch fest welche Kunst, Literatur und Musik für die Deutschen geeignet sein sollte. Was dem Kunstverständnis der Nazis nicht entsprach wurde mit dem Begriff „Entartete Kunst“ belegt. Die Folgen waren Aufführungsverbote für Musiker, Bücherverbrennungen. Darüber hat Erich Kästner sehr schön geschrieben. Kästner musste als Zuschauer in Berlin erleben wie seine eigenen Bücher verbrannt wurde. Es wurden auch aus Museen Bilder der betroffenen Künstler entfernt. Diese Bilder versuchte man im Ausland zu verkaufen, denn die Nazis brauchten Devisen. Was nicht verkauft werden konnte wurde zum Beispiel von der Berliner Feuerwehr als Übung verbrannt. Vorher wollte man aber den Deutschen klar machen was als Kunst beziehungsweise Musik genehm war und was nicht. Am 19. Juli 1937 fand in München die „Große Deutsche Kunstausstellung“ statt. Dort wurde in einer Sonderausstellung auch die „Entartete Kunst“ gezeigt. Während der Reichsmusiktage in Düsseldorf 1938 gab es eine Ausstellung „Entartete Musik“.

Dieses Ereignis jährte sich 2013 zum 75. mal. Aus diesem Grund tat sich das Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf mit den Toten Hosen zusammen. Sie wollten mit einem gemeinsamen Konzert unter dem Titel „Willkommen in Deutschland“ an die Reichsmusiktage und die betroffenen Künstler erinnern. Das Ergebnis ist beeindruckend. Es sprengt Hörgewohnheiten sowohl der Toten Hosen Fans als auch der Liebhaber der klassischen Musik. Aber natürlich ist es auch ein besonderes Bekenntnis zur Freiheit der Kunst.

Jetzt ist auch die CD mit dem Titel „Willkommen in Deutschland“ erschien

Ich hoffe,  dass wir aus unserer Geschichte gelernt haben und nie wieder Künstler, Schriftsteller oder Musiker erleben  müssen, dass ihre Werke als entartet bezeichnet werden.

Den Musikern der Robert Schumann Hochschule und den Toten  Hosen danke ich, dass sie sich diesem Thema angenommen haben. Denn nur wer sich erinnert kann aus der Vergangenheit lernen.

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